MeMadeMittwoch mit rosa Bluse

Der pinke Cordrock brauchte dringend noch einen Kombipartner und hat ihn bekommen in Form einer zartrosa Bluse. Niemand ist überraschter als ich, dass mir diese Farbe so leichtfüßig unter die Nadel gerutscht ist. Ich vermute da immer noch Nachwirkungen von Selmins Farbaktion 12 colours of handmade fashion … rosa geht mir nicht mehr aus dem Sinn! 😉

Das Blüschen ist eine Cousine von Burda 2/2009, nur dass ich diesmal die Ärmel weggelassen habe. Es ist rosa mit zarten hellgrauen Punkten, eine Farbe vor der meine Kamera leider kapituliert hat. Dieses Instagram Photo gibt dafür sachdienliche Hinweise …

Allerdings muss man bei dem Stoff von einer etwas älteren Cousine sprechen, denn er ist pure vintage. Eine Qualität, die man früher euphorisch Kunstseide nannte. Dem Originalmaterial hinkt dieses gute Stück aber gewaltig hinterher. Kommt es in der Haptik (ein wenig rauer) Seide noch relativ nahe, ist dieses Vintagestöffchen um einiges steifer als jede echte Seide, die bei mir im Schrank lagert. Und so hat das Blüschen einen starken Sixties Einschlag und einen boxigen Fall.

Zum Glück ist der Stoff extrem dünn, sodass er noch relativ atmungsaktiv für seine 100% Kunststoff  ist. Dummerweise knittert er aber auch wie die Hölle und ist damit wohl eher für Privatvergnügen als für offizielle Anlässe geeignet, wo Falten in der Kleidung ein Affront für mitmenschliche Augen sein könnten. 😉

Wer mich hier im Blog vermisst … hier ist es arbeitsbedingt gerade etwas ruhiger … dem empfehle ich meinen instagram Account. Der ist (und wird) zwar kein Ersatz für weitschweifende Blogartikel, aber es gibt schöne Bilder und sogar öfter ein Nähprojekt in progress zu bestaunen …

Jetzt gebe ich meinen Post schleunigst weiter zum MeMadeMittwoch und bewundere, was die anderen Ladys heute so gezaubert haben.

Liebe Grüße, eure Zuzsa

 

MeMadeMittwoch in Jean / LaMaisonVictor

Von der LaMaisonVictor schwärmt ihr anderen ja schon eine Weile und deshalb habe ich mir zum Jahresanfang selber ein Abo geschenkt. Jetzt kommt das Heft alle 2 Monate per Post. Das allererste Projekt, dass ich aus den Heften genäht habe, ist Jacke Jean aus der März-April Ausgabe von 2017, die perfekt zum heutigen kühlen Wetter passt.

Etwas besonderes ist auch der Stoff! Diese Jacke war nämlich in ihrem vorherigen Leben ein Rock, ist damit nicht nur das erste La Maison Projekt sondern auch mein aufwendiges Refashionprojekt bisher. 

Zu einer Zeit als man Trachtenröcke noch günstig auf ebay ersteigern konnte, fing ich nämlich einen ziemlich zu langen und ziemlich zu großen Trachtenrock ein. Zu große Röcke sind zwar an sich ein Ärgernis, nicht aber wenn man sie zum Auschlachten des Stoffes kauft. Zu gross, bedeutet in diesem Fall nämlich jede Menge Stoff!

Der Schnitt sitzt in den Schultern sehr gut und ist gut durchdacht und beschrieben. Abgesehen davon, dass ich ihm ein dickes Innenfutter und ein kleines Halsbündchen spendiert habe, habe ich nichts an ihm verändert. Mir persönlich ist er trotz Größe 36/38 ein wenig geräumig im unteren Rücken und bei einem weiteren Versuch würde ich dem Schnuckelchen dann doch auch Saum- und Ärmelbündchen verpassen! 

Trotzdem ich also die Jacke super kuschelig und gemütlich finde und total verliebt bin in die geräumigen Taschen, fremdele ich noch ein klein wenig mit dem Blouson Stil an mir selbst. Ob das an der Mehrweite im unteren Rücken liegt oder mit meinen Tragegewohnheiten, (ich präferiere ja sonst eher die schmale Taille der 50er Jahre), weiß ich noch nicht. Mit geschlossenem Reizverschluss fühle ich mich in der Jacke manchmal wie ein Entchen. Soll heißen, ein wenig Po-lastig. Könnte es sein, dass die Jacke mir bei meinen 160cm einfach ein wenig zu lang ist? Was meint ihr?

Das Futter, ein perfekt passendes Nachtblau, habe ich übrigens selbst hergestellt, indem ich Futterstoff mit Volumenvlies bebügelt habe. Ich hatte ein bisschen Angst, dass sich das verzieht, krumpelt oder wieder löst, aber abgesehen von ein paar leicht verzogenen Ecken, ist nichts dramatisches passiert. 

Ich schnacke jetzt mal schnell rüber zum MeMadeMittwoch und schaue, was ihr Hübschen heute so gezaubert habt.

Liebste Grüße, eure Zuzsa.

 

 

 

 

MeMadeMittwoch mit Vogelbluse

Der MeMadeMittwoch steht heute ganz im Zeichen der Blumen. Blumen sind mehr als genug auf meiner Bluse vorhanden, aber warum ich sie eigentlich mag, ist wegen der Vögel, der Füchse und all des anderen Getiers, das sich auf ihr tummelt. Die Designer von Stoff&Stil haben mich mit diesem Stoff sehr glücklich gemacht!!!

Ansonsten ist das absolut die gleiche Schnitt-Kombination wie beim pinken Outfit vom letzten Mal, womit ich mich wohl endgültig als Seriennäher geoutet habe. Habe ich ersteinmal einen schönen Schnitt gefunden, reize ich ihn bis zum Umfallen aus. Ich nenne das Effizienz … ihr müsst da halt durch! 😉

Der Vogel-Viskose ist ein ganz leichtes Stöffchen. Toll zu tragen, ein bisschen widerspenstig zu vernähen, weil sich natürlich alles ganz viskosemäßig in alle Richtungen verzieht. Wenn man aber einen Schnitt wählt, der schön fließend ist und der einem kleine Ungenauigkeiten verzeiht, dann ist das am Ende kein Problem. Kuckt sich weg, würde ich sagen! Und gerade der weiche Fall betont so schön den gerafften Rückenteil …

Was sich auch wegguckt, ist der Musterverlauf. Ich hatte anfangs tatsächlich Ambitionen den Stoff mustergerecht zuzuschneiden. Da der Stoff aber in sich nicht symetrisch ist, habe ich irgendwann nur noch darauf geachtet, dass alle Viecher auf einer Höhe sind. Ob da Kolibri auf Fuchs oder Pfau auf Hirsch trifft, war mir irgendwann egal und alle vertragen sich auch ganz wunderbar miteinander.

Schnitt:

Bluse Burda 2/2009

Rock Simplicity 7434

Stoff:

Viskose Stoff&Stil

Stretchjeans Stoff&Stil

Schnell verlinke ich meinen Beitrag noch bei alle den anderen floralen Schönheiten des MeMadeMittwochs und mache mich dann auf den Weg zur Arbeit!

Habt einen schönen Tag, eure Zuzsa

 

 

 

Farbexperimente: Wollefärben mit Krappwurzel

Wer hier schon ein bisschen länger mitliest, weiß, dass mich ab und an das Verlangen überkommt, Wolle mit einer Reihe färbender Ingredienzien in einen großen Topf zu schmeißen und das Schicksal herauszufordern. Mit mehr oder minder großem Erfolg. Die Idee meine Wolle selber zu färben, geistert mir nach wie vor im Kopf herum. Die Möglichkeit den Farbton komplett selber zu bestimmen und beim Kauf nicht auf mehr oder weniger passende Internetbilder angewiesen zu sein, ist schon verlockend. Zumal ich immer noch auf der Suche nach Wolle im perfekten warmen Rot bin! 

Vor einer Weile hatte ich schon mit Roter Beete und Zwiebelschalen gefärbt und einen ziemlich missglückten Versuch mit Walnussholz (Uringelb ist so eine hübsche Farbe, oder?! 😉 ) unternommen, jetzt wollte ich es nocheinmal ganz professionell angehen und habe mir Alaun zum Beizen der Wolle und Krappwurzel besorgt. 

Um das Alaun bin ich ein bisschen herumgeschlichen. Es gibt viele Bücher, die einem das natürliche Färben ans Herz legen, nur um dann doch Alaun, Kupfersulfat und Eisensulfat zu verwenden. Ganz ohne chemische Beizen hält die Farbe wohl einfach nicht so gut. Mir ist es allerdings wichtig, dass ich (unter Einhaltung von Sicherheitsbestimmungen) in der heimischen Küche färben kann, ohne das die Ganze Aktion sich zu einer Gefahr für Leib, Leben und Umwelt auswächst. Kupferchlorid und Eisensulfat sind bedenklich und fallen deswegen schon mal weg. Alaun (Kaliumaluminiumsulfat) ist in den geringen Mengen, die ich zum Färben brauche nicht giftig. Mit diesem Minimum an Chemie kann ich leben. 

Krapp ist eine traditionelle Färberpflanze. Die Staude könnte man in unseren Breiten im eigenen Garten anpflanzen und die Wurzeln ernten. Kleingehackt und getrocknet kann man sie übers Internet erwerben. Sie riecht im nassen Zustand angenehm wurzelig und ein bisschen nach saurem Früchtetee. 

Das Färben selbst ist eine Geduldsprobe. Gewapnet mit dem „Großen Handbuch Natürlich Färben“ von Eva Lambert und Tracy Kendell (das ich nur bedingt empfehle, da es einen mit mehr Fragen zurück lässt als Antworten), habe ich erstmal nach Anleitung die Wolle gut 2 Stunden in einer Alaun und Weinsteinbeize gekocht, dann Abkühlen lassen und für 3 Tage luftdicht verschlossen in eine Ecke gestellt. Ihr seht, was ich mit Geduldsprobe meine, nach diesen Stunden des Vorbereitens hat man erstmal exakt gar kein sichtbares Ergebnis, obwohl man doch schon total neugierig ist! 

Materialien:

150g Krappwurzel

100g Lacewolle  (96 % Merinowolle, 4 % Poly)

2 Päckchen Weinsteinbackpulver

8g Alaun

Einen Abend vor dem Färbebad habe ich die Krappwurzel eingeweicht und konnte dann am nächsten Tag endlich die Wolle in die Farbe eintauchen und erleichtert aufatmen: es klappt! Die Wolle wurde nicht nur blassrosa wie bei meinen ersten Versuchen, sondern richtig schön Rot. Der Farbton ist sehr schön warm und intensiv und  changiert ein bisschen.  Je nach dem wie gut die Farbe die Fasern erreicht hat, changiert er zwischen hellem karotte und tiefrot.

vorher / nachher Bilder seht ihr in meinem instagram account … 

Mein Fazit: Krappwurzel ist eine sehr dankbare Färberpflanze und Aufwand und nutzen halten sich die Waage und es braucht keine allzu giftigen Substanzen, um einen schönen intensiven und natürlichen Farbton zu erreichen. Jetzt muss ich mir nur noch überlegen, was ich aus 400m Lacewolle stricken werde….

Liebe Grüße, eure Zuzsa

MeMadeMittwoch & 12 Colours of handmade fashion / Rosa

Hallo ihr Lieben, schön euch zum MeMadeMittwoch zu sehen und zu den 12 colours of handmade fashion. Ich bin zugegebenermaßen ein bisschen spät dran mit der  Märzfarbe Rosa, aber das Ergebnis von Selmins Farbaktion wollte ich euch trotzdem noch zeigen.

Bei Rosa hat es in meinem Kopf ganz schön gerattert. Es ist nicht so, dass ich rosa nicht mag. Ich mag Rosa in frühlingsbunten Magnoliablüten, ich mag das knallige Pink mancher buddhistischer Gewänder, aber Rosa an mir selbst … öhm, ja. Ich hatte, wie einige von euch, Angst, dass das ganze zu kindlich und niedlich wird.

Trotzdem erschien irgendwann die Vision eines pinken Cordrocks vor meinem inneren Auge und damit einher ging der Entschluß, dem ganzen eine Chance zu geben. Als ich den pinken Breitcord, den ich via ebay orderte, dann in den Händen hielt, war ich aber erstmal überhaupt nicht überzeugt, ein tragbares Kleidungsstück aus dem halben Meter zu produzieren.

Und wenn ich mich schon in rosafarbene Untiefen wage, dann auch volle Kanne und hochmotiviert, deshalb habe ich dem Cordrock auch gleich noch ein rosafarbenes Futter spendiert. 

Das Ergebnis aus grober Stoffstruktur und strahlender Farbe finde ich irgendwie cool. Für die maximale Farbwirkung habe ich den Rock mit meiner bordeauxfarbenen Viskosebluse kombiniert.  Und ganz nebenbei damit auch das Niedlichkeitsproblem gelöst: Ich definiere die Farbgruppe für mich als Beerentöne um. Eine große Endeckung! Ich denke es wird weitere Rosa-Beerentöne in meinem Kleiderschrank geben. (Danke, Selmin! :D)

Schnitte: 

Rock Simplicity 7434

Bluse Burda 2/2009

Jetzt bin ich aber gespannt, was ihr Hübschen heute beim MeMadeMittwoch so gezaubert habt! Bis gleich, eure Zuzsa