Das Hemdblusenkleid # 1

… oder auch: das Kleid, beim dem kein Karo zum anderen passte, mit dem sie aber trotzdem sehr glücklich wurde.

Ihr seht, ich bin nach meinem Ausflug in die 20er Jahre wieder in etwas taillienbetontere Jahrzehnte gewandert und habe endlich nach langer, langer Zeit etwas für mich fertig genäht, mit dem ich zufrieden bin.

Ist es nicht manchmal merkwürdig, dass gerade die Kleider aus nicht ganz so beliebten Stoffen, denen man einfach mal so eine Chance geben möchte, diejenigen werden, die man morgens am liebsten  aus dem Kleiderschrank nimmt? Dieses Kleid ist so ein Fall. Aus einem eigentlich aberwinzigen Stück 70er Jahre Wollkaro genäht, dessen Farbe einen auf den ersten Blick nicht wirklich vom Hocker haut. Ist es das Bewusstsein, dass man beim Nähen eigentlich nichts mehr falsch machen kann oder das Wunder wie sich mittelmäßiges plötzlich verwandelt? Ich weiß es nicht! Aber es gefällt mir und vielleicht sollte ich diesen Trick öfter einmal versuchen.

Für alle Interessierten noch ein paar Details: Das Kleid ist im wesentlich nach diesem Kleid hier entstanden. Das Oberteil (McCalls 6696) habe ich übernommen, den Rock gegen diesen Halbteller-Schnitt aus den 80ern (? der Gürtel spricht Bände, oder?) ausgetauscht und Flügelärmelchen selbst konstruiert.

Die Rockform habe ich vor allem deshalb ausgewählt, weil ich probieren wollte, wie sie mir steht. Das Ding so zuzuschneiden, dass die Karos am Ende auch aufeinanderpassen, sollte ich zugegebenermaßen in einer wachen Stunde nocheinmal üben. Beim Rock habe ich es fertig gebracht,  eine Hälfte komplett auf dem Kopf zustellen und zum Teil geht die Karoführung wahrhaft merkwürdige Wege … nunja! Zu meiner Verteidigung sei gesagt, dass ich den Stoff bis aufs letzte Fitzelchen ausgenutzt habe und wenig Spielraum beim Teilepuzzle blieb.

Das Taillienband habe ich Innen mit einem extrabreiten Gummi verstärkt, was ich super finde, weil es die Taillie so schön zusammenschnurrt. Lediglich das rückwärtige Oberteil werde ich beim nächsten Mal noch kürzen, da rutscht es beim Tragen noch etwas hoch und schlägt Falten.

Und der Kragen des Kleides ist eigentlich ein Stehkragen, was ich beim Tragen gerne ignoriere, aber wenn es mal züchtig daherkommen soll … so geht es auch. ;)

Und mit diesem perfekten Sonntagsoutfit verabschiede ich mich. Mit Liebsten Grüßen, eure Zuzsa

 

 

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Ein kleiner Ausflug in die 20er Jahre …

Die 20er! Seufz! Perlenbesetzte Kleider, champagnergetränkte Partynächte und lasziv gerauchte Zigaretten … wer kommt da nicht ins Schwärmen? Kein Wunder, dass meine Neugier nicht zu bremsen war, als ich die Chance bekam, einen Blick in dieses Büchein zu werfen!

Ein Schneiderkurs aus den 20er Jahren! Sehr viel geerdeter als das von mir eben gezeichnete Great Gatsby Stereotyp der 20er Jahre, aber nichts desto trotz voller Wäsche, Kleider & Mäntel zum Dahinschmelzen und vor allem Nachschneidern!

Allerdings ist, und bleibt auch nach diesem grandiosen Zuckerstückchen, meine Liebe für die 20er nähtechnisch gesehen eine rein platonische und ihr werdet hier in nächster Zeit keine Flatterkleidchen zu sehen bekommen. (Zumindestens nicht der 20er Jahre Art! ;) )

Nichts desto trotz dachte ich, ich erfreue euch mit einigen der traumhaften Kapitelbilder, bevor der Kurs in meinen Shop wandert, um hoffentlich bald das Herz einer wirklich 20er Jahre Nähbegeisterten zu erfreuen.

Und, was sagt ihr, gebt ihr den 20er Jahren in eurer Garderobe eine Chance oder begnügt ihr euch wie ich mit dem Anschmachten der schlanken Grazien?

translation: To make you long for the Great Gatsby era, some pictures of a german sewing book dating back to the 1920s. Pure eye candy!

Liebste Grüße, eure Zuzsa

 

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Getrödelt, Gefunden, Gefreut # 24 – Ich hab noch einen Koffer in Berlin …

Ohoh, schon wieder ist der erste im Monat und damit ist es zwar erfreulicherweise wieder Zeit für Fräulein Swings “Getrödelt, Gefunden, Gefreut”, andererseits wird mir damit drastisch bewusst, das einen ganzen Monat Stille in diesem Blog herrschte. Ups! Schuld daran ist vor allem ein verunglücktes Samtkleid, dass ich diesen Monat genäht und dann in die “mach ich irgendwann mal fertig/ lass mich damit in Ruhe!”-Kiste gestopft habe.

Mehr Glück hatte ich dafür beim Trödeln! Bei strahlendem Sonnenschein machte ich mich gestern mit dem Fahrrad auf den Weg um einen alten Koffer voller Vintage-Stoffe abzuholen, den ich für einen Euro auf ebay erstanden hatte. Nach dem fünften Klingeln und nachdem ich die Hoffnung schon fast aufgegeben hatte, öffnete mir am Zielort dann auch ein sehr verschlafener, aber erstaunlich höflicher Halbwüchsiger (in Berlin ist diese Kombination meiner Erfahrung nach eher eine Seltenheit) die Tür und wusste ersteinmal überhaupt nicht, was ich von ihm wollte. Glücklicherweise ließ er sich dazu überreden mal seine Mutter anzurufen und so stiegen wir wenig später in den Keller hinab, um meinen Schatz zu heben (Überraschung Nr. 2 nicht alle Keller in Berlin sind naße, grausige Orte).

Der Koffer stellte sich als ein ganz entzückendes Ding aus den 50er Jahren heraus, inklusive Riemen, zarter Giraffenmusterprägung und altem Versandaufkleber. Vielleicht wurde in ihm einmal Hab & Gut einer in Stellung gehenden jungen Dame nachgeschickt? (Heute würde einem die Post vermutlich die Ohren abreißen, wenn man mit so einem “Päckchen” ankäme.)

Das Innenleben war dann zwar spannend, aber eher aus Kuriositätsgründen. Leider sind die Stoffe fast durchgehend 100% Plaste und stammen wohl aus Omas Kittelschürzenreservoir. Verarbeiten werde ich die meisten wohl nicht, aber ich wollte euch die Highlights wie diesen 70er Jahre  Dschungeljersey nicht vorenthalten …

… oder diese entzückenden 60er Jahre Röschen …

Ganz zu Schweigen von diesem absolut hinreißenden psychedelischen Polytierchen.

Die Designs sind auf jeden Fall ein kribbeliger Genuß und ich bin ganz hin und weg von meinem Fang! Was den anderen so ins Netz gegangen ist, erfahrt ihr bei “Getrödelt, Gefunden, Gefreut” im Blog beswingtes Allerlei!

Mit liebsten Grüße, eure Zuzsa

 

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Getrödelt Gefunden Gefreut #23

Heute ist wieder der erste im Monat und damit Zeit Flohmarktschätze bei “Getrödelt Gefunden Gefreut” zu präsentieren …

Ich habe diesen Monat einen hübschen bestickten Beutel ergattert, den ich zum Brotbeutel erkoren habe, obwohl ich mir nicht ganz sicher bin, ob das seine ursprüngliche Funktion ist.

Er ist realtiv groß, 30 x 45 cm und hat am oberen Rand zwei Zugbänder zum schließen. Was auch immer in ihm transportiert oder gelagert wurde … ich kann mir einiges vorstellen: von vorbestellten Brötchen beim Bäcker bis hin zu Wäsche oder gar Sportzeug ;) … es war auf jeden Fall Name und Wäschezeichen des Besitzers nötig, um es vor Verwechslung zu schützen.

Er ist von Hand genäht und mit rotem Garn in einem reizvollen, geometrischen Muster bestickt. Genau die Mischung aus verspielt und schlicht, die ich bei Dingen des alltäglichen Gebrauchs gerne mag. Das Stickmuster ist super erhalten, nur an ein oder zwei Stellen hat sich der Faden gelöst. Ich bewundere immer, mit wie viel Liebe zum Detail früher solche Dinge gefertigt wurden. Hättet ihr heute noch Zeit und Muße euren Brotbeutel, den Kaffekannenwärmer oder ganze Wandschoner von Hand zu besticken?

Wer neugierig auf weitere Schätze der Vergangenheit ist, sollte schnell in der Linkliste von “Getrödelt, Gefunden, Gefreut” vorbeischauen. Genau das, werde ich jetzt auch tun.

Bis später,eure Zuzsa

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Ab jetzt auch mehrfarbig

Endlich sind sie fertig! Die Socken für den Liebsten, die schon ziemlich lange versprochen waren, dann aber doch irgendwie ewig gebraucht haben, weil ich mich stricktechnisch auf völlig unbekanntes Terrain vorgewagt habe … Stricken mit zwei Farben. Und damit verdienen sie auch den Titel des schwierigsten Paar Socken, dass ich bisher gestrickt habe.

Ich hoffe, dass mein Schatz mit diesem superdicken Exemplar Wollsocken (immerhin habe ich Regia Classic Tweed 6fädig verwendet und das doppelt) nun endlich keine kalten Füße mehr bekommt …

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