Kimono und neuer Jeansrock

Für den Sommer brauchte ich eine Reihe praktischer Oberteile und Röcke … ich weiß auch immer nicht wohin meine Shirts im Winter verschwinden, aber jeden Sommer stehe ich da … und habe NICHTS anzuziehen. Ich übertreibe hier ein klitzekleines biiiiischen, aber ihr könnt das Gefühl bestimmt nachvollziehen. Gefühlt, kommt bei mir nichts so schnell aus der Mode wie Shirts. Während ich Röcke und Kleider bis zum Auseinanderfallen trage, habe ich das ultimative Shirt noch nicht gefunden und so beginnt jeden Sommer, dann wenn es eigentlich schon heiß und somit zu spät ist, eine Nähorgie und die Suche nach dem heiligen Gral. Darum geht es aber heute gar nicht …

Ein Teil, dass bei mir bisher nicht aus der Mode gekommen ist und das ich ziemlich praktisch finde, ist mein Kimono. Den liebe ich heiß und innig! Und da meine Lieblingsvariante aus Patchworkbaumwolle und damit ein klitzekleines bisschen zu warm ist, musste eine Sommervariante her.

Der Viskosedruck von Stoff&Stil bettelte quasi darum ein Kimono zu werden. Oder eigentlich mehr eine Kimonobluse oder Überwurf? …

Er ist in einer Art Bordüre gedruckt, will heißen: alle Blümchen drängeln sich auf der linken Stoffhälfte während sie auf der rechten langsam ins schwarze Nichts ausblenden. Ich habe die ganze rechte Länge von 1,50 m für Vorder-und Rückenteile verwendet, um den Fade-Effekt in meinen Kimono einzubauen. Aus der restlichen Stoffhälfte habe ich die Ärmel gezaubert.

Supereinfach und superschnell an einem Abend genäht, weil das ganze eigentlich nur aus ein paar Rechtecken besteht. Schaut mal hier in mein Tutorial, falls ihr Inspiration zum Nähen eines Kimonos sucht. Ich habe ihn diesmal etwas vereinfacht und die Blende geich mit angeschnitten. 

Im Gegensatz zum Shirt-Phänomen weiß ich aber immerhin, wo all meine schmalen Röcke geblieben sind. Sie sind entweder dem Fahrrad zum Opfer gefallen und am Schlitz gerissen oder der Waschmaschine, die meinen Stretchrock auf geheimnisvolle Weise geschrumpft hat. Somit musste mal wieder ein Basisrock her. Aus unstretchigem Jeans und wie immer nach Simplicity 7434.  Ich vermute stark, es ist nicht der letzte dieses Jahr.

Bald gibt es weitere Ergebnisse der Nähorgie zu sehen. Und dann wirklich Shirts! 😉 Bis dahin, eure Zuzsa

 

Auf den Nadeln im Juli

Es ist mal wieder Zeit für Auf den Nadeln. Und höchste Zeit für mich ein bisschen Ordnung in meine Strickprojekte zu bringen!

Derzeit gibt es drei Kandidaten, die nadelklappernd um meine Aufmerksamkeit ringen. Mit wechselndem Erfolg …

Das Frühlingsjäckchen vom FJKA, ich wage es ja kaum zuzugeben, ist zum Beispiel immer noch nicht fertig. Zwischendurch ergreift mich immer wieder die Unlust. Mal habe ich das schwierige Muster vergessen, mal nervt mich der Mustereinsatz in der „Seitennaht“ und außerdem liegt jetzt ein riesiges Stück Bündchen vor mir … alles gute Gründe sich neuen Projekten zu widmen, die leichter von der Hand gehen. 😉 

Letzten Monat habe ich deshalb einen Pullover aus Quince&Co Chikadee in pomegranate begonnen. Ein absolutes Streichelgarn, das mir netterweise zu Weihnachten geschenkt wurde. Die Garnstärke, ich stricke es relativ locker mit 3,5er Nadeln, passt super zu kühlen Sommertagen und die Farbe erinnert mich an Malvenblüten, passt also auch ganz hervorragend. Das Muster kann ich auswendig und so ist das Stricken, wie ihr an den Fortschritten seht, ein Spaziergang und ich hoffe sehr, ich kann das Pullöverchen in den Sommerurlaub mitnehmen.

Ein weiteres Sommerprojekt ist die Pemberly Reticule aus „The Best of Jane Austen Knits“. Was übersetzt heißt, ich stricke mir eine Umhängetasche! Mein 70er Jahre verliebtes Herz schlägt Purzelbäume! 😉 Obwohl es sich natürlich viel edler anhört, wenn ich sage: ich stricke eine Tasche, die von der Regency Ära inspiriert wurde. Mit diesem Projekt kommt dann auch endlich mal ein Mako Baumwollgarn von OnLine weg, das hier schon ewig liegt, weil Baumwollgarne und Pullover für mich einfach nicht zusammenkommen. Ich plane für die Tasche ein Stoffinnenleben, damit sie nicht zusehr ausleiert.

Derzeit sieht die Tasche allerdings noch aus wie ein verhinderter Seeigel …

Damit reihe ich mich in die Riege der anderen strickenden Lady ein und schnacke rüber zu maschenfeins Auf den Nadeln

Liebe Grüße, eure Zuzsa

Wolle Färben und andere fixe Ideen …

Wolle färben ist an sich eine ziemlich gute Idee, finde ich. Man kann naturfarbene Stränge in der Wunschfarbe färben und was mich noch viel mehr begeistert, gekaufte Fehlfarben umfärben. Die Frage ist nur wie und wieviel Aufwand ist dafür gerechtfertigt, (in einem Leben, das sich nicht mit Herz und Seele der Färberei verschrieben hat)? 

kool aid Fruit punch and black cherry auf Alpaka Wolle von Drops

Eine ganze Weile habe ich mit Naturfarben experimentiert. Ich habe eine sehr schöne Krappfärbung hinbekommen und auch Walnussschalen bringen gute Ergebnisse. Der Nachteil: mal abgesehen von Walnüssen, die ihre eigene Beize in Form von Gerbsäure enthalten, ist das Färben mit Naturfarben nicht ganz so natürlich wie es klingt. Ich benötige für ein intensives Farbergebnis immer verschiedene chemische Vorbeizen und daher ein komplett eigenes Kochgeschirr und einen möglichst aufgeräumten Arbeitsplatz für den Färbevorgang. Zum anderen dauert die ganze Prozedur manchmal Tage. 

die selbe Mischung auf vorgefärbter Wolle (ehemals quietschgelb & helles vollmilchbraun)

Jetzt bin ich zwar sehr für Experimente zu haben, aber ganz ehrlich, ich verbringe eine Stunde lieber strickend als mit Färbesubstanzen zu hantieren und so spannend ich den ganzen Prozess finde, ist mir der Ausgang gerade bei bereits vorgefärbten Garnen dann doch zu wenig vorhersagbar. 

Eine allerletzte Chance wollte ich dem Färben aber noch geben, bevor ich es ad acta lege: kool aid, das amerikanische Brausepulver. Bei pinterest hatte ich immer wieder schöne Ergebnisse gesehen und mich vor ein paar Wochen einmal intensiver mit dem Färbevorgang auseinandergesetzt. Und siehe da, es versprach eine schnelle, ungefährliche und farbintensive Alternative zu anderen Färbemethoden zu sein. 

Ich habe mir via ebay das Getränkepulver in der Dose als Geschmacksvariante Fruchtpunsch bestellt und ein paar kleinere Tüten anderer Geschmacks/Farbrichtungen und losgelegt. Das Setting ist denkbar einfach: Wolle eine halbe Stunde in Wasser vorweichen, das Pulver in einem Topf anrühren und dann aufkochen. Innerhalb einer guten Stunde ist die komplette Farbe von der Wolle aufgenommen und das Wasser klar. Beim Ausspülen hat man kaum Farbreste, die auslaufen. Einfacher gehts eigentlich nicht, oder?

Mein Fazit: Ab jetzt würde ich, wenn mich der Experimentierteufel überkommt, wohl wieder zu kool aid greifen. (Vielleicht sollte ich an dieser Stelle noch kurz erwähnen, dass dieser Post nicht gesponsert ist, sondern meine ehrliche Begeisterung wiedergibt. 🙂 ) Es ist für mich, die schnellste und am besten vorhersagbare Färbemethode, die mir bisher untergekommen ist. Trinken würde ich das Gebräu aber nicht, sorry Leute!

 

 

MeMadeMittwoch mit rosa Bluse

Der pinke Cordrock brauchte dringend noch einen Kombipartner und hat ihn bekommen in Form einer zartrosa Bluse. Niemand ist überraschter als ich, dass mir diese Farbe so leichtfüßig unter die Nadel gerutscht ist. Ich vermute da immer noch Nachwirkungen von Selmins Farbaktion 12 colours of handmade fashion … rosa geht mir nicht mehr aus dem Sinn! 😉

Das Blüschen ist eine Cousine von Burda 2/2009, nur dass ich diesmal die Ärmel weggelassen habe. Es ist rosa mit zarten hellgrauen Punkten, eine Farbe vor der meine Kamera leider kapituliert hat. Dieses Instagram Photo gibt dafür sachdienliche Hinweise …

Allerdings muss man bei dem Stoff von einer etwas älteren Cousine sprechen, denn er ist pure vintage. Eine Qualität, die man früher euphorisch Kunstseide nannte. Dem Originalmaterial hinkt dieses gute Stück aber gewaltig hinterher. Kommt es in der Haptik (ein wenig rauer) Seide noch relativ nahe, ist dieses Vintagestöffchen um einiges steifer als jede echte Seide, die bei mir im Schrank lagert. Und so hat das Blüschen einen starken Sixties Einschlag und einen boxigen Fall.

Zum Glück ist der Stoff extrem dünn, sodass er noch relativ atmungsaktiv für seine 100% Kunststoff  ist. Dummerweise knittert er aber auch wie die Hölle und ist damit wohl eher für Privatvergnügen als für offizielle Anlässe geeignet, wo Falten in der Kleidung ein Affront für mitmenschliche Augen sein könnten. 😉

Wer mich hier im Blog vermisst … hier ist es arbeitsbedingt gerade etwas ruhiger … dem empfehle ich meinen instagram Account. Der ist (und wird) zwar kein Ersatz für weitschweifende Blogartikel, aber es gibt schöne Bilder und sogar öfter ein Nähprojekt in progress zu bestaunen …

Jetzt gebe ich meinen Post schleunigst weiter zum MeMadeMittwoch und bewundere, was die anderen Ladys heute so gezaubert haben.

Liebe Grüße, eure Zuzsa

 

MeMadeMittwoch in Jean / LaMaisonVictor

Von der LaMaisonVictor schwärmt ihr anderen ja schon eine Weile und deshalb habe ich mir zum Jahresanfang selber ein Abo geschenkt. Jetzt kommt das Heft alle 2 Monate per Post. Das allererste Projekt, dass ich aus den Heften genäht habe, ist Jacke Jean aus der März-April Ausgabe von 2017, die perfekt zum heutigen kühlen Wetter passt.

Etwas besonderes ist auch der Stoff! Diese Jacke war nämlich in ihrem vorherigen Leben ein Rock, ist damit nicht nur das erste La Maison Projekt sondern auch mein aufwendiges Refashionprojekt bisher. 

Zu einer Zeit als man Trachtenröcke noch günstig auf ebay ersteigern konnte, fing ich nämlich einen ziemlich zu langen und ziemlich zu großen Trachtenrock ein. Zu große Röcke sind zwar an sich ein Ärgernis, nicht aber wenn man sie zum Auschlachten des Stoffes kauft. Zu gross, bedeutet in diesem Fall nämlich jede Menge Stoff!

Der Schnitt sitzt in den Schultern sehr gut und ist gut durchdacht und beschrieben. Abgesehen davon, dass ich ihm ein dickes Innenfutter und ein kleines Halsbündchen spendiert habe, habe ich nichts an ihm verändert. Mir persönlich ist er trotz Größe 36/38 ein wenig geräumig im unteren Rücken und bei einem weiteren Versuch würde ich dem Schnuckelchen dann doch auch Saum- und Ärmelbündchen verpassen! 

Trotzdem ich also die Jacke super kuschelig und gemütlich finde und total verliebt bin in die geräumigen Taschen, fremdele ich noch ein klein wenig mit dem Blouson Stil an mir selbst. Ob das an der Mehrweite im unteren Rücken liegt oder mit meinen Tragegewohnheiten, (ich präferiere ja sonst eher die schmale Taille der 50er Jahre), weiß ich noch nicht. Mit geschlossenem Reizverschluss fühle ich mich in der Jacke manchmal wie ein Entchen. Soll heißen, ein wenig Po-lastig. Könnte es sein, dass die Jacke mir bei meinen 160cm einfach ein wenig zu lang ist? Was meint ihr?

Das Futter, ein perfekt passendes Nachtblau, habe ich übrigens selbst hergestellt, indem ich Futterstoff mit Volumenvlies bebügelt habe. Ich hatte ein bisschen Angst, dass sich das verzieht, krumpelt oder wieder löst, aber abgesehen von ein paar leicht verzogenen Ecken, ist nichts dramatisches passiert. 

Ich schnacke jetzt mal schnell rüber zum MeMadeMittwoch und schaue, was ihr Hübschen heute so gezaubert habt.

Liebste Grüße, eure Zuzsa.