Das edelsteinblaue Wollensemble (1958)

Habt ihr Lust ein bisschen alte Mode mit mir zu analysieren? Ich erwische mich in letzter Zeit immer mal dabei wie ich rein theoretisch über die Konstruktion der verschiedenartigsten Kleidungsstücke brüte, die mir so über den Weg laufen. Ein Zeitvertreib, den ihr als Mitnähende wahrscheinlich teilt, oder? 😉 Und ich dachte heute, wenn ich schon brüte, dann kann ich das eigentlich auch gleich und desöfteren öffentlich tun und euch vielleicht die eine oder andere Inspiration weiterreichen. Obwohl ich gleich vorweg sage: was mir modisch so auffällt, muss für euch noch lange nicht neu oder total zeittypisch sein. Ich sehe das ganze eher als kleine, unsystematische Entdeckungsreise, die mir hilft meine Konstruktionskenntnisse und mein Zeitwissen ein wenig auszubauen. Euer Input ist mir aufs herzlichste Willkommen!

Heute ist mir jedenfalls das Burda-Schlagermodell aufgefallen. Und zwar das Modell vom Januar 1958:  ein „edelsteinblaues“ (schon allein bei dieser Beschreibung hatte mich Burda gefangen 😉 ) Ensemble aus Wolltaft. 

Schnittbeschreibung:

Das Kostüm ist relativ schlicht: schmaler Rock an kurzärmeligem Kleid, 3/4-Arm und unaufffälliger Kragen an Jacket mit Teilungsnähten. Ich vermute der Rock endet in der Mitte der Waden, wenn ich die Schnittzeichung richtig deute.  Wären da nicht die „schmetterlingsförmigen“ Verzierungen, die mir sofort angenehm ins Auge gesprungen sind, wäre das ganze Ensemble maximal ein verdammt gut sitzender, farblicher Hingucker. Die Burda-Cover des Jahres 1958 haben oftmals die gleiche bonbonartig Eleganz wie unser Modell: schlichte Schnitte, starke Farben, Ton in Ton bis zu den stoffbezogenen Knöpfen. Die Schmetterlingsdrapierung ist aber doch irgendwie entzückend schick und ungewöhnlich.

Konstruktion

Das Kleid soll aus Wolltaft genäht werden. Wolle und Taft steckten bei mir bisher nicht in der gleichen Assoziationsschublade, aber offensichtlich, wenn Burda es verlangt, gibt es einen Wollstoff „mit Acetatseide“ gemischt. Was ich mir mal übersetze als Woll-Synthetik-Stöffchen, das nicht zu dick und fein anschmiegsam ist, um schöne Falten zu werfen. Denn die Schmetterlingsdrapierung ist letztlich nicht mehr als ein trapezförmiges Stück Stoff, dass zunächst in Falten gelegt werden muss, ähnlich wie ein Ziehharmonika. Der Clou ist jedoch, dass die Falten links nach oben und rechts nach unten gefaltet werden. Wird das Stoffstückchen jetzt um 180 Grad gedreht wie ein Farfalle Nudelschmetterling, liegen beide Faltenseiten ind die gleiche Richtung. Voila!

Das ganze wird dem Vorderteil „hohl“ aufgesetzt, die Seitenkanten der Drapierung dabei in den Teilungsnähten mitgefasst. Die Längskanten werden von Burda nicht explizit erwähnt, ich vermute, dass sie vorher versäubert werden?

Ein hübsches Detail, finde ich, dass sich bestimmt recht einfach Nachahmen lässt und das ich mir auch an Sommerkleidern hübsch vorstellen kann, so man denn einen beidseitig gleich gewebten Stoff verwendet. Bei unserem Modell finden sich die Drapierungen nicht nur am Vorderteil sondern auch in Taschenhöhe am Jacket, was ich ebenfalls sehr niedlich finde. Ganz rafiniert, versteckt sich genau mittig unter dieser Drapierung nach ein weiterer Abnäher, der vom Saum zur Tailie läuft und dem Jacket seinen unnachahmlichen Sitz gibt.

Und was sagt ihr? Spricht euch das Burda-Modell an oder würdet ihr die Schmetterlingsdrapierung als Schnickschnack lieber übergehen?

Ich gespannt! Eure Zuzsa

 

 

Vintage Nähbücher: Brigitte “ Schneidern Folklore“ (1975)

Ihr Lieben, ich habe mal wieder ganz tief in der Bücherkiste gekramt und dieses Kleinod aus dem Jahr 1975 hervorgezaubert. Obwohl mich, ehrlich gesagt, der Titel etwas irritiert „Brigitte Schneidern Folklore“? Wie bitte? Da hatte der Editor wohl gerade Schluckauf? 😉

Nichtsdestrotz ist dieses Büchlein ausgesprochen schnuckelig, wenn auch nur begrenzt von praktischem Wert! Aber ein schön illustriertes Buch würde ich bekanntermaßen nie von der Bettkante stoßen.

Das Buch versammelt eine große Auswahl einfacher folkloristischer Schnitte aus allen Ecken und Enden der Welt … die typischen Vertreter sind da Djellabah, Präriehemd und Lappenmütze. Aber, und das fand ich besonders reizvoll an dem kleinen Büchlein, auch eine Auswahl an Vintage Schnitten. Wie die da hineingeraten sind, kann ich mir nur halb erklären, ich vermute Bauernhemdchen, Dirndlbluse und Frisierumhang läuft bei Brigitte unter europäischer Folklore?

Nichtsdestotrotz bin ich gerade sehr fasziniert von der Mode um die Jahrhundertwende und habe euch die hübschesten Schnitte und Zeichnungen mal zusammengestellt.

Nachteil des kleinen Büchleins ist, dass es keine Schnittmusterbögen enthält sondern schematische Zeichnungen und Maßangaben, die mittels skaliertem Papiers vergrößert werden können. Ich finde der Aufwand bei diesem Verfahren ist relativ groß, ebenso wie die Menge der Fehlerquellen, und deshalb nicht gerade mein Favorit bei der Schnittmustererstellung. Aber wenn man denn seinen Kopf daran setzt, kann man die Zeichnungen bestimmt auch mittels eines Kopieres großkopieren, oder was meint ihr?

Auch reativ komplexe Schnitte wie ein (typisch französischer? ihr versteht mein Dilemma mit dem Titel, oder?) Dufflecoat werden vorgestellt.

Das Büchlein ist eine Übersetzung aus dem Schwedischen und heißt dort „Nya enkla kläder for barn och vuxna“, was google mit „Neue einfache Kleidung für Kinder und Erwachsene“ übersetzt. Wer die schönen Bilder gezeichnet hat, verschweigt die deutsche Ausgabe leider.

Fazit: Ein süßes Büchlein und definitiv eine Augenweide. Wirklich praktisch allerdings nur für den, der den Aufwand nicht scheut, die Schnitte nachzukonstruieren. Ihr findet das Buch bestimmt in eurem Antiquariat des Vertrauens oder im Internet.

Translation: This is a sweet little sewing book from 1975 I found recently. Originally it is a swedish book but was reprinted by german publisher Brigitte. There is a bunch of victorian related pattern in there. And … arn`t those illustrations beautiful!

 

Veritas Textima 8014/39

Marja veranstaltet eine super interessante Sammlung verschiedener Nähmaschinenmodelle. Ich finde, dass ist eine tolle Idee und da ausdrücklich nicht nur die modernen Modelle vorgestellt werden sollen, wollte ich euch heute von meiner alten Veritas Textima berichten …

Anschaffung und Folgekosten

Welches Modell hast Du, welchen Preis hatte Deine Nähmaschine und wann hast Du sie gekauft?

Ich habe eine Veritas Textima 8014/39 aus den späten 70er Jahren und ehrlich gesagt, habe ich sie nicht gekauft, sondern vor ca. 8 Jahren geschenkt bekommen. Meine Mutter hatte die Maschine in ihrer Volksoli-Einrichtung entdeckt und mal ins Blaue hinein bei mir angefragt, ob ich interessiert wäre. Natürlich war ich! Die alte Dame war glücklicherweise in Top Zustand und wurde von ihrer Vorbesitzerin sehr pfleglich behandelt, sodass ich sofort losnähen konnte. Ansonsten bekommt man die Veritas Maschinen im Ostteil der Stadt eigentlich bei jedem guten Reparaturdienst komplett durchgecheckt für um die 120 Euro, und wer sein Glück im An& Verkauf versucht auch billiger.

Wieviel Zubehör wird mitgeliefert und wie teuer ist ein eventuelles Nachrüsten von Zubehör, z.B. Nähfüßchen?

Das Maschinchen kam mit Gebrauchsanweisung, Anlasser und einer kleinen Plastikbox voller Nähfüße zu mir. Reißverschlußfüsschen, Knopfloch-, Biesen- und Rollsaumfuß sind dabei, sowie kleine Abstandhalter und einzwei andere Gimmicks. Zubehör kann man zu vernünftigen Preisen über diverse Internetplatformen nachordern, aber die Auswahl ist naturgemäß etwas begrenzt. Ansonsten kann man auch neuere Universalfüße nutzen z.B. für nahtverdeckte Reißverschlüße.

Welche Eigenschaften waren für Dich ausschlaggebend für die Kaufentscheidung?

Die Veritas war meine erste Maschine, da war mir erstmal alles egal, hauptsache sie näht und macht dabei keine Zicken. Dieses Kriterium erfüllt sie wirklich perfekt. Die Stiche sind sauber und gleichmäßig, Ober- und Unterfadenspannung lassen sich leicht und zuverlässig regulieren. Das einzige Mal, wo sie bisher zur Reparatur musste, war, als ich versehentlich in die Maschine genäht habe. Aber dafür kann das Maschinchen ja nichts.

Interessant ist eher, dass ich mich trotz wachsendem Nähanspruch nie dazu entschieden habe, eine neuere Maschine zu kaufen. Sie hat einfach alles was eine Maschine für mich haben muss.

Was fehlt dir an deiner Maschine?

Der einzige Punkt, der mich manchmal stört, ist, dass sie keinen freien Näharm hat, was das Nähen von Ärmeln und anderen engen Röhren manchmal unnötig kniffelig macht. Aber das ist Gewöhnungssache und wer darauf Wert legt, bekommt die Veritas auch als Freiarm Modell.

War Deine Nähmaschine schon einmal kaputt? Kannst Du eine Aussage darüber machen, ob die Reparatur- oder Wartungskosten hoch sind (z.B. aufgrund aufwendiger Elektronik)?

Ein großer Vorteil der rein mechanisch betriebenen Maschinen ist, dass sie ganz wunderbar zu reparieren sind. Kleinere Reparaturen  z.B. an der Spulenkapsel (s.o.) kosten im Nähmaschinenfachhandel um die 60 Euro. Allerdings lässt sich, wenn man handwerklich ein bisschen begabt ist und Zeit und Mühe investiert, um sich in einschlägigen Nähmaschinenforen einzulesen, auch ganz viel selber machen.

Der Motor ist bei den Veritas Maschinen außen angebaut, kann also im Fall des Falles problemlos ausgetauscht werden, was die Maschine eigentlich zu einer Anschaffung für die Ewigkeit macht. Wie gesagt, außer durch Eigenverschulden hatte die alte Dame bisher noch nie eine Reparatur nötig und näht unbeirrt selbst fette Stoffe wie Jeans und Co.

Wo würdest Du Dein Modell einordnen (Holzklasse, Mittelklasse, Luxusklasse) und für wen würdest Du es empfehlen (Anfänger, Fortgeschrittene, Profi)

Ich finde, die Veritas Textima ist ein gutes, solides Mittelklassemodell. Sie kann definitiv nicht alles so smooth, wie eine moderne Maschinen (siehe Knopflöcher), aber sie ist ein zuverlässiges und dankbares Modell für Anfänger und Fortgeschrittene.

Praktikabilität

Wie groß und wie schwer ist Deine Nähmaschine? Kommt Deine Nähmaschine für einen Auf- und Abbau bei flexiblen Arbeitsplätzen in Frage oder ist sie eher für feste Arbeitsplätze geeignet?

Die Veritas ist mit guten 10kg relativ schwer. Der Körper ist massives Gußeisen, was einiges an Gewicht auf die Waage bringt. Sie ist keine Maschine, die man eben mal in die Handtasche steckt, lässt sich aber mit dem Auto trotzdem gut transportieren. Die meisten Maschinen kommen mit einer Abdeckung. Die kann je nach Ausführung aus Stoff, Kunstleder oder Hartplaste sein und am Maschinenkörper festgeklemmt werden. Meine ist aus Hartplaste, hat einen Ledergriff und lässt sich so problemlos verstauen oder dahin heben, wo ich sie hinhaben will. Praktischerweise sind einige Maschinen auch gleich mit einem festen Griff ausgestattet.

Wie aufwendig ist Abbau/Verpackung/Transport für gemeinsame Nähkränzchen?

An sich absolut unaufwendig, da sie sich in nullkommanichts „zusammenklappen“ lässt.

Lässt sich die Nähmaschine gut reinigen oder kommst Du an einige Stellen gar nicht heran?

Sie lässt sich sehr gut saubermachen. An Spulenkapsel und Unterboden kommt man leicht und von mehreren Seiten ran. Der Transporter ist zugänglich, indem man zwei kleine Schrauben löst.

Wie ist die Helligkeit der Beleuchtung?

Eine Lampe ist eingebaut und beleuchtet direkt den Nähtisch.

Wie laut ist die Maschine?

Sie ist nach modernen Standards keine leise Maschine und vibriert mitunter ordentlich, aber bisher ist mir noch kein Nachbar aufs Dach gestiegen, auch nicht bei nächtlichen Nähsessions.

Ist die Maschine intuitiv bedienbar? Ist die Bedienungsanleitung ausführlich genug?

Sie ist absolut Bedienerfreundlich und erschließt sich intuitiv. Ansonsten gibt es ein gut dokumentiertes Handbuch.

Kann man die Nähmaschine auch ohne Pedal bedienen?

Nein.

Näheigenschaften

Welche Nähmaschine(n) hattest Du bisher? Wie schätzt Du Deine Maschine im Vergleich dazu ein?

Ich habe eine Menge alte Maschinen ausprobiert, aber keine neuen. Zu den alten Modellen gehören eine Singer 401 und eine Adlerette. Die Adlerette war mir dann aber doch zu rustikal, weil sie nur geradeaus nähen konnte und die Singer zwar eine Augenweide, aber in diesem besonderen Fall ein sehr zickiges Maschinchen mit Einstellungsmöglichkeiten und Stichgimmicks, die für mich ein bisschen zuviel des Guten waren und mich ein bisschen überfordert haben.

Wie oft nähst Du? Was nähst Du hauptsächlich und findest Du Deine Nähmaschine dafür ungenügend, perfekt ausreichend oder etwas oversized?

Ich nähe ziemlich viel, mindestens einmal pro Woche, und vor allem Kleidung fast ausschließlich aus Webstoffen (Wolle, Baumwolle, Leinen, Jeans etc.). Für diese Zwecke ist die Veritas absolut perfekt. Zumindest bin ich ich nähtechnisch noch nie an meine Grenzen gestoßen. So ein Vintage Maschinchen ist definitiv nicht nur für Nähpuristen geeignet.

Welche Knopflochfunktion(en) hat Deine Nähmaschine und bist Du damit zufrieden? Was könnte besser sein?

Sie hat keine Knopflochautomatik. Die näht man per Hand durch eine Kombination verschiedener Zickzackstiche, was aber gut in der Bedienungsanleitung beschrieben ist. Das ist Gewöhnungssache und hübsche Knopflöcher bekommt man mit etwas Übung trotzdem hin.

Potentielle Problemzonen

Wie näht Deine Nähmaschine enge Rundungen?

Da hab ich wenig Vergleiche, aber mit etwas Übung und Erfahrung gehen enge Rundungen z.B. am Kragensteg ganz gut. Ist halt ein bisschen wie mit dem Einparkenlernen 😉 …

Ist das Stichbild sauber, auch bei sehr dickem Nähgut oder sehr schnellem Nähen?

Sehr sauber egal was sie vor sich hat. Wenn die Nadelstärke und der Fußdruck auf den Stoff abgestimmt sind, näht sie durch alles. Ich hab mit der Guten schon ganze Tipis aus dickem Canvas genäht und auch Leder ist kein Problem.

Die 8014/39 hat 16 verschiedene Stiche zur Auswahl, darunter vor allem Nutzstiche aber auch ein paar sehr hübsche Zierstiche, die alle gut funktionieren.

Ist der Stofftransport gerade und gleichmäßig, auch wenn Du den Stoff nicht aktiv führst?

Auch da wieder kaum Probleme. Sie zieht den Stoff ganz von alleine und sehr präzise durch. Bei sehr dünnen oder rutschigen Stoffen braucht sie allerdings Seidenpapier als Hilfe.

Ist ein sauberes Nähen an Stoffkanten möglich, ohne dass sich die Naht oder der Stoff zusammenzieht? (Nahtanfänge, versäubern)

Bei sehr dünnen Stoffen hat sie Probleme und zieht den Stoff gern in den Transport. Da ist es oft einfacher das erste Stück im Rückwärtsgang zu nähen.

Werden elastische Stoffe problemlos genäht oder wellt der Stoff?

Weder ich noch meine Maschine mögen Jerseystoffe. Da passen wir sehr gut zusammen. Elasthananteile in Stoffen machen ihr aber nix aus.

Wie ist die Kontrolle über Nähgeschwindigkeit? Ist sehr schnelles oder sehr langsames Nähen (Stich für Stich) möglich?

Die alte Dame ist eher von der schnellen Sorte und kann ordentlich losrattern, wenn sie will. Die Nähgeschwindigkeit wird  allein über das Pedal geregelt und sie ist da nicht sehr subtil. Stich für Stich ist nur im Handbetrieb über das Handrad möglich.

Bei welchen Nähfragen kommst Du an die Grenzen Deiner Nähmaschine? Was funktioniert überhaupt nicht?

Wie gesagt Jerseystoffe sind nicht gerade ihre Spezialität. Sie hat zwar einen speziellen Stich dafür, aber so richtig hübsch und ordentlich wird das nicht, zumal sie da gern Stiche auslässt.

Enge Röhren an Armen und Beinen sind durch den fehlenden Arm manchmal eine Geduldsprobe, aber bisher konnte ich mich gut mit ihr arrangieren und konnte noch alle Kleidungsstücke vom Unterkleid bis zum Mantel auf ihr realisieren.

Wie ist Dein abschließendes Gesamturteil in Kurzform? Auf einer Skala von 1 bis 5 – wieviel Sterne würdest Du Deiner Nähmaschine geben und warum?

Bei mir bekommt die Süße 5 Punkte! Sie erfüllt einfach alle Bedingungen, die ich an eine Nähmaschine stelle: gut bedienbar, übersichtlich, pflegeleicht, reperaturfreundlich und absolut zuverlässig. Ich würde wohl immer wieder zur Veritas greifen! Sie ist zwar eher von strenger Schönheit, aber bisher hat ihr noch keine den Rang ablaufen können.

 

What a year …

Neujahr, Zeit der guten Vorsätze … eigentlich nicht so meins, zumindest nicht, was Sylvestervorsätze angeht. Gute Vorsätze habe ich das ganze Jahr über! 😉 Trotzdem ist die Jahreswende immer wieder ein guter Zeitpunkt, um zurückzuschauen auf ein ganzes Jahr kreativer Produktivität und wilde Pläne für das kommende Jahr zu schmieden!

Ich bin sehr zufrieden mit meinem Näh- & Strickjahr 2015!

In nackten Zahlen habe ich fertig genäht: 5 Kleider, 5 Tops, 2 Kimonos und 3 Röcke für mich, 3 Hemden und 1 Jeans für den Lieblingsmann an meiner Seite. (Lang nicht alles habe ich hier im Blog gezeigt. Und da taucht er dann doch auf der Gute Vorsatz, denn im nächsten Jahr möchte ich hier meine Nähprojekte etwas stetiger dokumentieren.) Fertig gestrickt habe ich 1 Mütze, 1 Pullover, 3 Strickjacken und 2 Paar Socken. Am meisten getragen, habe ich (wer hätte das gedacht?) die beiden Kimonos, die bisher exotischsten Stücke  in meinem Kleiderschrank.

Und hier zeigt es sich auch, dass es lange nicht die Zahlen sind, die mich so zufrieden machen! Obwohl ein bisschen Stolz schon mitschwingt, denn in diesem Jahr habe ich dank einsetzender Nähroutine wesentlich mehr fertig genäht als die Jahre zuvor.  Aber was mich wirklich glücklich macht, ist, dass ich es 2015 gewagt habe, über meinen Tellerrand hinaus zu nähen! So soll es auch im nächsten Jahr weiter gehen … vielleicht wird es viktorianisch, vielleicht auch ein wenig gatsbyesk, mal schauen wohin es mich treibt!

Sehr zufrieden macht es mich auch, dass ich endlich mehr Kleider nähe. Ich trage unheimlich gern Kleider, was sich in meinem Kleiderschrank bisher aber nicht so richtig wiedergespiegelt hatte. 2015 hatte ich zum Kleiderjahr erklärt und kann mich über den Ausgang nicht beklagen.

Genau die richtige Methode also um weitere Lücken in meiner Garderobe anzugehen. (… mir fällt ja auf, je mehr ich nähe und stricke, desto größer wird mein Bedarf! Die Liste der möglichen Kleidungsstücke wächst bei mir ins unendliche und der Punkt an dem ich für andere Nähen will, weil ich nicht mehr weiß, wohin mit meinem Zeug ist noch lange nicht erreicht.) 2016 soll das Jahr der  Jacken und Mäntel, meinen Angstprojekten bisher, werden.

Die hübschen Bilder, die ihr in diesem Post seht, habe ich übrigens zufällig gefunden. Alles lose Seiten aus 20er Jahre Magzinen, die zwischen andere Hefte gerutscht sind. Das erste erinnert mich an die perfekte 20er Jahre Sylvesterparty! womit wir wieder beim Jahresende wären und ich mich mit einem fröhlichen „Rutscht gut rein!“  und liebsten Grüßen  für dieses Jahr von euch verabschiede! Eure Zuzsa

Getrödelt, Gefunden, Gefreut #27

Heute versammeln sich wieder alle Flohmarktwütigen um Fräulein Swing und zeigen ihre Schätze

Ich habe diesen Monat nicht soviel getrödelt, aber etwas kleines habe ich doch gefunden.

Fräulein Traudchens Grüße zum Namenstag. Der Poststempel läuft auf den 16.03.1903, ihr Namenstag, in diesem Falle der volle Name Getrud, ist am 17.03.

Ich bin gerade absolut verliebt in Kimonos, schuld daran ist vor allem dieses umwerfende pinterestboard, und überlege ernsthaft, ob ich mir eine leichte Flattervariante für den Sommer nähe. Den Kimono überwerfen und im Morgensonnenschein frühstücken … klingt doch herrlich, oder?

Liebste Grüße, eure Zuzsa