Wolle Färben und andere fixe Ideen …

Wolle färben ist an sich eine ziemlich gute Idee, finde ich. Man kann naturfarbene Stränge in der Wunschfarbe färben und was mich noch viel mehr begeistert, gekaufte Fehlfarben umfärben. Die Frage ist nur wie und wieviel Aufwand ist dafür gerechtfertigt, (in einem Leben, das sich nicht mit Herz und Seele der Färberei verschrieben hat)? 

kool aid Fruit punch and black cherry auf Alpaka Wolle von Drops

Eine ganze Weile habe ich mit Naturfarben experimentiert. Ich habe eine sehr schöne Krappfärbung hinbekommen und auch Walnussschalen bringen gute Ergebnisse. Der Nachteil: mal abgesehen von Walnüssen, die ihre eigene Beize in Form von Gerbsäure enthalten, ist das Färben mit Naturfarben nicht ganz so natürlich wie es klingt. Ich benötige für ein intensives Farbergebnis immer verschiedene chemische Vorbeizen und daher ein komplett eigenes Kochgeschirr und einen möglichst aufgeräumten Arbeitsplatz für den Färbevorgang. Zum anderen dauert die ganze Prozedur manchmal Tage. 

die selbe Mischung auf vorgefärbter Wolle (ehemals quietschgelb & helles vollmilchbraun)

Jetzt bin ich zwar sehr für Experimente zu haben, aber ganz ehrlich, ich verbringe eine Stunde lieber strickend als mit Färbesubstanzen zu hantieren und so spannend ich den ganzen Prozess finde, ist mir der Ausgang gerade bei bereits vorgefärbten Garnen dann doch zu wenig vorhersagbar. 

Eine allerletzte Chance wollte ich dem Färben aber noch geben, bevor ich es ad acta lege: kool aid, das amerikanische Brausepulver. Bei pinterest hatte ich immer wieder schöne Ergebnisse gesehen und mich vor ein paar Wochen einmal intensiver mit dem Färbevorgang auseinandergesetzt. Und siehe da, es versprach eine schnelle, ungefährliche und farbintensive Alternative zu anderen Färbemethoden zu sein. 

Ich habe mir via ebay das Getränkepulver in der Dose als Geschmacksvariante Fruchtpunsch bestellt und ein paar kleinere Tüten anderer Geschmacks/Farbrichtungen und losgelegt. Das Setting ist denkbar einfach: Wolle eine halbe Stunde in Wasser vorweichen, das Pulver in einem Topf anrühren und dann aufkochen. Innerhalb einer guten Stunde ist die komplette Farbe von der Wolle aufgenommen und das Wasser klar. Beim Ausspülen hat man kaum Farbreste, die auslaufen. Einfacher gehts eigentlich nicht, oder?

Mein Fazit: Ab jetzt würde ich, wenn mich der Experimentierteufel überkommt, wohl wieder zu kool aid greifen. (Vielleicht sollte ich an dieser Stelle noch kurz erwähnen, dass dieser Post nicht gesponsert ist, sondern meine ehrliche Begeisterung wiedergibt. 🙂 ) Es ist für mich, die schnellste und am besten vorhersagbare Färbemethode, die mir bisher untergekommen ist. Trinken würde ich das Gebräu aber nicht, sorry Leute!

 

 

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