Eine Vintage Overlock? Ist sie denn verrückt?

Nachdem euch die rot-roten Ringel vom MMM so gefallen haben, kann ich gleich noch Nachschub liefern: dunkelblau-rote Ringel! Wer sagt, dass das keine Abwechslung wäre! 😀

Ein Ringel-Shirt! Ja, ihr seht richtig! Ich habe meine Fehde mit Jersey-Stoffen beigelegt, die mindestens 3/4 meiner Nähkarriere andauerte. Friedensstifter ist diese kleine Juki-Overlock, die vor einiger Zeit bei mir einzog.

Sie ist aus den 70ern. Wer jetzt einwirft, es wäre ein Risiko so eine alte Maschine zu kaufen, hat irgendwie recht. Und wer einwendet, es wäre nicht unbedingt empfehlenswert seinen Maschinenpark nach dem Äußeren auszusuchen, hat eigentlich auch recht, aber ….

Das Ding war, ich hatte schon einmal eine Overlock besessen. Eine W3. Keine schlechte Maschine, aber irgendwie mochte ich die „neue“ Maschine einfach nicht. Weder optisch, noch akustisch. Ihr müsst bedenken, hier spricht jemand mit großem Vintage Fimmel, der normalerweise auf einem hellgrauen Eisenschlachtroß aus den 70ern (bekannt als Veritas Textima 8014) näht. Ich habe die „Neue“ 2 Jahre nachdem ich sie gekauft habe, und die sie mehr oder weniger nur auf einem Regal rumstand, wieder verkauft. Und mit dem Kapitel Jersey abgeschlossen! Und war ein bisschen unzufrieden mit dieser Entscheidung! Bis Juki kam …

Juki mag ich. Juki sieht klasse aus, schnurrt wie ein Mietzekätzchen (sie ist leiser als meine Textima Nähmaschine) und kann im zweifelsfall von jedem Nähmaschinenfachmann repariert werden. Außerdem hat sie nicht einmal ein Drittel von dem gekostet, was ich damals für meine W3 bezahlt habe.

Die optische Freude an meiner Juki BL3-406 trägt ganz sicher dazu bei, dass ich mich gerne an meine Overlock setze. Außerdem muss ich sie Dank ihres angenehmen Äußeren auch nicht mehr im Regal verstecken. Sie hat ihren eigenen, ständig zugänglichen Nähmaschinentisch, was sehr dazu beiträgt, dass ich sie auch benutze.

Ich habe Juki gekauft, nachdem ich mich eingehend mit einer Schneider-Freundin unterhalten habe, die mir nahelegte, dass auch kleine Schneidereien eher in die alten Maschinen  investieren als in den neuen Plastikkram. Yuki ist allerdings eine Haushaltsmaschine, eine Profimaschine kostet dann doch etwas mehr als ich ausgeben wollte.

Ein Wort zum Kauf … natürlich kann man an einen Händler geraten, der wenig vertrauenswürdig ist und einem reparaturbedürftigen Schrott verkauft. Ich hatte Glück und habe Juki privat von einer offensichtlich Rockabilly begeisterten Näherin auf ebay gekauft. Die Maschine war vor kurzem vom Fachhändler gecheckt worden, (lasst euch wenn möglich den Reparaturschein zeigen) und ist ein Herzchen! Ich habe ganz klar kalkuliert zwischen Preis (ein Schnäppchen!), der Vertrauenswürdigkeit der Verkäuferin und dem vermutlichen Zustand und der Marke der Maschine. Ich hatte ziemlich viel Glück! Wenn ihr etwas weniger abenteuerlustig seid als ich, dann gebt lieber etwas mehr Geld aus. Es gibt schöne alte, komplett überholte Maschinen direkt vom Nähmaschinenfritzen.

Tatsächlich funktionierte meine Overlock vom ersten Tag an einwandfrei. Das Messer ist scharf und das einzige Mal als ich bisher in ihre Eingeweide kriechen musste, war ich selbst schuld, weil ich einen Faden abgerupft hatte und neu einfädeln musste. Das geht bei dieser Maschine allerdings auch nicht einfacher als bei jeder anderen!

In den 2 Monaten, die sie schon bei mir ist, haben wir so ziemlich alle Materialien quer Beet genäht: Jersey, Viskose, Viskosejersey, Baumwolle, Schurwolle, Cord … Mit keinem Material hatte sie dramatische Probleme, nur bei den dünnen zieht sie manchmal ein bisschen. Das einzige, was man beachten muss, ist, dass man einwenig mehr an den Fadenspannreglern herumdrehen muss, als ich es bei der W3 gewohnt war. Hat man aber erstmal die optimale Fadenspannung für den Stoff gefunden, rattert sie ziemlich zuverlässig und haltbar alles runter.

Juki hat aber natürlich auch Eigenheiten: sie ist schon etwas älter und hat nicht alle Features, die eine neue Overlock hat. Differentialtransport und Rollsaum-Automatik sucht ihr hier vergebens. Für das, was ich von ihr möchte, nämlich schnelles Versäubern von Webstoffen und das Nähen einfacher T-Shirts und Kleidchen aus Jersey ist sie aber völlig ausreichend ausgestattet. Wenn ich mehr wöllte, würde ich mir gleich eine Coverlock kaufen.

Außerdem sollte man natürlich bedenken, dass die Suche nach Ersatzteilen (Messer z.B.) bei alten Maschinen etwas länger dauern kann. Wenn ihr eine Markenmaschine nehmt und euch vorher über den Markt informiert, ist das aber nichts, was euch bei einer neuen Maschine nicht auch passieren könnte, weil der Händler die Produktion eingestellt hat.

Zu mir passt Juki also wie die Faust aufs Auge und ich vermute wir werden eine lebenslange glückliche Beziehung miteinander haben. Alles was ich euch ans Herz legen will und warum ich das Ganze hier niederschreibe, ist, wenn ihr der Typ dafür seid: es gibt schöne, alte und völlig funktionstüchtige Overlockmaschinen out there! Es muss nicht immer eine neue sein, auch der Umwelt zuliebe.

Liebe Grüße, eure Zuzsa

 

MMM im Ringeljäckchen

Das Ringeljäckchen aus Alpaka ist fertig. Monochrom gestreift in Rot und Tomate von Drops Alpaka. Allein wegen der Farbbezeichnung mag ich das Garn schon sehr!

Das Drops Alpaka ist ein schönes Garn: sehr flauschig, farbtief und gut zu verstricken. Außerdem wärmt es noch sehr angenehm im kalten Frühlingswind und ist damit perfekt, um in der Mittagspause die blaße Nase ein wenig in die Sonne zu halten.

Mit dem Sitz des Jäckchens bin ich allerdings nur so halbwegs zufrieden. Ich habe ein bisschen unterschätzt, wie locker und weich und mit wie wenig Stand, (sagt man, das so bei Wolle?), die Alpaka-Wolle fällt. Was ich bei den Wickeljacken sehr mag, der weiche Fall, stört mich hier ein bisschen, wo kein Gürtel da ist, um das Gestrick in Form zu bringen. Zum anderen mag ich wohl auch bei meiner Maschenprobe einwenig großzügig gerechnet haben. 

Aber offen getragen fällt das nur wenig auf und eigentlich passt die Jacke auch ganz gut in meinen Kleiderschrank. Ich jammere hier also auf hohem Niveau. 😉

Den Rock habe ich euch, glaube ich, auch noch nie gezeigt. Es ist ein Halbteller aus Vintage-Karostoff, den ich schon mindestens 2 Winter trage ohne ihn jemals verblogt zu haben. Da wird es höchste Zeit ihn euch noch ganz schnell unterzujubeln.

Jetzt schaue ich mich in aller Ruhe beim MeMadeMittwoch um. Wir sehn uns dort. Liebe Grüße, Zuzsa

Zweiter Zwischenstand beim FJKA

Bei mir ist seit dem letzten Zwischenstand nicht so wahnsinnig viel passiert. Das liegt vor allem daran, dass ich eine meiner 2,5er Nadeln abgebrochen habe (Merke! Schubladen sind der natürliche Feind von Holznadeln! argh!) und sich so zwei meiner Strickprojekte die gleiche Nadel teilen mussten. Das To-Go-Projekt bekam den Vortritt. Es erhält mich im Alltags- und Chroßstadtchaos  geistig gesund und ich wollte es aus diesem Grund einfach nicht missen.

Das To-Go-Jäckchen ist jetzt aber abgestrickt und kaum war die Bahn frei für das FJKA-Jäckchen habe ich den ersten Ärmel runtergerattert. Es besteht also noch Grund zur Hoffnung, dass ich mit euch das Finale erreiche. Bei einigen kann man ja schon fertige Jäckchen bestaunen. Ich fühle mich dadurch aber gar nicht unter Druck gesetzt. 😉

Eine gute Nachricht ist für mich, dass meine 2 Knäuel Malabrigo Socks (Tizian) reichen werden. Die Lauflänge des Garns ist einfach großartig. Die schlechte Nachricht ist, ich muss noch ein Knäuel wickeln. 😀

Ein schönes kleines Detail kann ich euch außerdem noch zeigen …

Statt dem (bei mir bisher) üblichen Rib-Bündchen sieht die Anleitung ein rechts gestricktes Bündchen vor, das entlang einer linken Reihe umgeschlagen und festgenäht wird. Ein Novum für mich. Ich bin sehr gespannt, wie sich dieses Bündchen im Alltag bewährt, aber optisch macht es auf jeden Fall einen sehr professionellen Eindruck. Ihr habt sowas bestimmt schon zu tausenden gestrickt, oder? Hält das oder leiert so ein Bündchen mit der Zeit aus?

Frühlingshafte Grüße sendet euch, Eure Zuzsa

MeMadeMittwoch im Riverdance-Gedächtnis-Kleid

Hallo ihr Lieben, willkommen zum MeMadeMittwoch! Ich zeige euch heute mein neues Samtkeid, dass ich nach Simplicity 7343 genäht habe. So richtig frühlingshaft ist dieses Kleid noch nicht. Nähtechnisch bin ich noch völlig den Woll- und Winterstoffen verfallen und habe sogar noch einen Wintermantel zu säumen. Aber ich bin mir sicher, dass die Wetterfee mich bald in flatterhaftere Gefilde schubsen wird …

Samt steht auf jeden Fall schon seit Ewigkeiten auf meiner Want-to-Sew-Liste, um genau zu sein,  seit meinem allerersten Pin überhaupt, diesem entzückenden Samtkleid, das ich (damals noch absoluter Nähanfänger) in der englischsprachigen burdastyle-community entdeckt hatte.

Erst beim heutigen Fotoshoot ist mir allerdings aufgefallen, woran mich das Kleid wirklich erinnert – und vielleicht ist es auch nur die Kombination mit den flachen Schnürschuhen – aber plötzlich war die Erinerung wieder da, wie ein Schlag auf den Hinterkopf: Riverdance! In den 90ern hatte ich die Show life gesehen, damals wie so ziemlich halb Europa fasziniert von den stepptanzenden irischen Grazien. (Michael Flatley, den Vortänzer, fand ich eher etwas albern, sorry!)  In meiner Erinnerung tragen die Mädels keine flashigen Kostüme, sondern schlichte grüne Samtkleider mit weniger als knielangem Rock und langem Arm. Ähnlich wie dieses hier!!!!

Der Stoff ist ein Viskose Velvet von Stoff&Stil. Ein wundervoll anzusehender Stoff, der allerdings nicht ohne Tücken zu vernähen ist. Wer es versuchen möchte, dem lege ich nahe, alle offenen Kanten peinlichst genau zu Versäubern. Der hübsche Stoff neigt sonst dazu sich in ein Nichts roter Fäden aufzulösen. Ich durfte nach dem ersten Tragen eine Ärmelnaht neu nähen, weil an den Einknipsen der Stoff komplett weggefressen war.

Eigentlich hatte ich mir deshalb beim Nähen geschworen, in Zukunft die Finger von diesem Stoff zu lassen … aber wo jetzt mit ihm ein Stückchen Kindheitserinnerung wieder aufgetaucht ist, bin ich drauf und dran, mir das Kleidchen nochmal in Dunkelgrün zu nähen. 😉 Ihr Lieben dürft in den Kommentaren gerne zugeben, ob ihr Riverdance geliebt oder gehasst habt! Das würde mich brennend interessieren. 🙂 Ansonsten sehen wir uns drüben im MeMadeMittwoch-Blog.

Seid lieb gegrüßt, eure Zuzsa

Auf den Nadeln im März

Auf den Nadeln habe ich gerade natürlich mein Frühlingsjäckchen für den FJKA

Damit ich aber auch ein wenig gedankenlos zwischendurch in Bus und Bahn Stricken kann, habe ich schon vor einer Weile  ein zweites To-Go-Projekt angeschlagen: ein Ringelcardigan aus Drops Alpaka in den schönen Farben Rot und Tomate. Bei diesen Rottönen entzückt ja schon die Namensgebung. Obwohl ich anmerken muss, dass Tomate (das dunklere Rot) mir bisher maximal als sonnengereiftes italienisches Sugo untergekommen ist, meine frischen Tomaten aber selten so dunkelrot aussehen, liebe Dropsler 😉

Auf jeden Fall bin ich immer noch ganz der Alapaka-Wolle verfallen! Mittlerweile bin ich beim ersten Ärmel irgendwo auf der Hälfte angekommen und man sieht die wöchentlichen Fortschritte sehr gut und ich hoffe spätestens Ende nächster Woche mit dem Cardigan fertig zu sein. Ich stricke ihn frei Schnauze nach einem einfachen Raglan-Rezept mit V-Ausschnitt.

Was ihr gerade für Schmuckstücke auf den Nadeln habt, sammelt maschenfein wie immer in ihrem Blog. Ich schau gleich mal rüber. Bis gleich!