MeMadeMittwoch im Jeans-Wickelkleid

Zum heutigen MeMadeMittwoch kann ich es euch endlich zeigen: das bisher am besten vorangekündigte Kleid in diesem Blog! 😉 Ich habe bekanntermaßen ein sehr weiches Herz für die 70er Jahre und bei diesem Kleid aus superleichtem Jeansstoff durfte dieses Herz mal so richtig davongaloppieren …

… entstanden ist ein verspieltes Wickelkleid, das eine lustige Kreuzung aus Kimono und Unterrock ist, finde ich. Eine ältere Dame meinte allerdings zu mir: „eine hübsche Schürze haben Sie da an!“ Und auch wenn ich diese Interpretation nachvollziehen kann – der Stoff erinnert schon ein bisschen an einen Arbeitskittel – bin ich von dieser Einschätzung dann doch nicht ganz so begeistert, wie ihr euch sicher denken könnt. Da das Kompliment aber wohl ehrlich nett gemeint war, verzeihe ich ihr großzügig! 😉

Punktum, ich mag das Kleid sehr, Schürze hin oder her, und habe es auch schon mehrfach getragen. Der Schnitt ist von Stoff&Stil (Nr. 23132). Wobei ich den Rockteil weiter ausgestellt, gekürzt und den Volant angefügt habe. Und auch die Kimono-Ärmel habe ich um gut 16 cm verlängert, um zumindest in Innenräumen nicht ständig einen Cardigan über dem Kleid tragen zu müssen.

Ich kann mir gut vorstellen den Schnitt nocheinmal zu nähen. Nur im Rücken ist er mir ein bisschen weit geworden. Ich fand ihn auf den ersten Blick ein wenig knapp bemessen und habe großzügig im Rücken etwas Mehrweite zugegeben. Ähm, nunja, ich hätte dem Schnitt auch vertrauen können.

Der leichte Denim ließ sich super einreihen und war damit perfekt für mein Vorhaben. Kombiniert habe ich ihn mit einer terracottafarbenen Paisley-Viskose (beide übrigens bei Stoff&Stil ergattert) und war positiv überrascht und begeistert, wie einfach sich Viskose (zumindest in Kombination mit Jeans) zu „Schrägband“ verarbeiten lässt. Einfach 4 cm breite Streifen aus der Viskose reißen und annähen und umbügeln. Das ging super schnell und geschmeidig!

Ein bisschen saisonuntypisch ist das Kleid noch. Eigentlich ruft es nach den ersten warmen Sonnenstrahlen des Frühlings und ich freue mich schon sehr es dann rauf und runter zu tragen. Was ihr so alles gezaubert habt, gibt es heute wieder beim MeMadeMittwoch zu sehen, von wo Frau Nahtzugabe uns in einem memade-Komplettoutfit zum Abschied zuwinkt! Winkewinke zurück!

Bis gleich, eure Zuzsa

 

 

Sew your pinterest board Februar

Am Jahresanfang hatte ich verkündet, dass ich mir für 2017 vorgenommen habe, mehr von den Ideen, die ich als pins bei pinterest horte auch tatsächlich umzusetzen. Mich beunruhigt ja das sinnlose Anschwellen meiner Boards ein bisschen und da ich weiß, dass ich beim Nähen sowieso dazu neige Altbekanntes und Erprobtes einfach immer wieder zu wiederholen, habe ich mir selbst ein bisschen auf die Füße getreten!

Mit Erfolg, denn das erste Kleidungsstück ist bereits entstanden. Bevor ich es euch beim nächsten MeMadeMittwoch in voller Schönheit zeige, weil mir heute absolut keine gut beleuchteten und scharfen Tragebilder gelingen wollten, wollte ich euch an dieser Stelle ein bisschen etwas über die Inspiration zu dem Kleid erzählen, dass ich mir genäht habe.

Vor Ewigkeiten schon hatte ich mir ein Bild dieser Vintage-Jacke gepinnt…


 

Link

Ich fand die Kombination aus floralem Baumwollstoff und Jeans einfach großartig! Vielen von euch, ist die Jacke vielleicht zu 70er, aber ich bin wohl im Herzen ein Hippie-Mädchen und springe auf diesen Boho-Style voll an. So habe ich lange überlegt mir eine ähnliche Jeans-Jacke zu nähen. Was mich davon abgehalten hat, ist, dass ich im Laufe der Jahre Jeans & Blau so ziemlich komplett aus meinem Kleiderschrank verbannt habe! Theoretisch finde ich Jeans toll, aber praktisch passten weder der Stoff noch die Farbe in meine Garderobe … bis mich bei Stoff&Stil ein ganz dünner heller Jeansstoff ansprang und plötzlich Inspiration, Kleidungsstück & Stoff zusammenklickerten.

Entstanden ist ein ziemlich ungewöhnliches Stück für meinen Kleiderschrank. Und erstaunlich ist auch, dass ich mich in dem Kleid sehr wohl fühle! Ich hatte es bereits an und kann euch sagen, es trägt sich super, (auch wenn es gefühlsmäßig ein Kleid ist, dass nach Frühling ruft!). Ein kleines Stimmchen in meinem Hinterkopf überlegt bereits, ob es nicht noch mehr hübsche Jeansstoffe für mich gibt! ;)…

In diesem Sinne, sage ich: Tschüss, bis nächsten Mittwoch! Eure Zuzsa

P.S. Falls die Frage aufkommt, dieser Beitrag wird in keiner Weise von pinterest gesponsert oder unterstützt. 😉

MeMadeMittwoch in Burda Bluse Nr.120

Die Bluse Nr. 120 aus der Burda 2/2009 und ich, ich glaube, wir werden sehr gute Freunde!!! 🙂

Lange genug hat es ja gedauert, bis ich das Modell endlich einmal ausprobiert habe. Das Heft, das übrigens gleich mehrere hübsche Blusenschnitte präsentiert, habe ich irgendwann gaaaaaanz am Anfang meiner Nählaufbahn erstanden und den Designerschnitt daraus genäht. Während die Onofri-Bluse mir mittlerweile ein bisschen zu niedlich ist, gefallen mir aus der Heftstrecke mit den blumigen Blusen- und Kleiderschnitten noch weitere Schnitte sehr gut.

Die im Heft gezeigten Modelle von Nr.120 sind beide aus Chiffon, – den ich persönlich nicht so mag, – aber wie erhofft, eignet sich der Schnitt super für weichfließende dünne Viskose. Ein Stoff, der seit letztem Jahr ein heißgeliebter Liebling geworden ist.

Die bordeauxfarbene Variante, die ich hier vernäht habe, ist von Stoff&Stil. Ein schönes Stöffchen, wie ich finde!

Viskose ist ja nicht unbedingt ein einfach zu verarbeitender Stoff. Der Flutschfaktor ist hoch, dafür garantiert sie aber oftmals auch einen schönen weichen Fall. Wenn man das bei der Wahl seines Schnittes ein bisschen im Auge behält und sich fitzelige Details lieber für eine stabile Baumwolle aufhebt und beim Bügeln immer schön ein Tuch zwischenlegt, hat man aber viel Freude an dem Stoff. Ich gestehe, ich ziehe Viskose jedem Jersey vor, aber die Geschmäcker sind da ja zum Glück verschieden. 😉

Der Rock, den ihr hier seht, ist ein alter Bekannter aus Fischgrat Wollstoff, aber die Strickjacke habe ich auch noch nicht gezeigt.

Es handelt sich um ein weiteres Wickeljäckchen nach eigenem Rezept aus Fair Alpaka. Dieses Mal in DK verstrickt und halb so lange gebraucht, wie beim letzten Mal aus Fair Alpaka Sport. Die Jacke ist so unglaublich kuschelig und warm, dass ich auch bei Schnee und Eis nicht friere, und dank des Schokoladenbrauns vielseitigst kombinierbar in meinem Kleiderschrank. Genau so ein Jäckchen habe ich gebraucht!

Was ihr diese Woche so gezaubert habt, schaue ich mir gleich einmal beim MeMadeMittwoch an! Heute verabschiedet sich Frau dreikah mit einem bezaubernden Pilvi Mantel/Kleid aus dem MeMadeMittwoch-Team. Grund nocheinmal an alle Organisatorinnen des MMM ein großes Danke hinüberzurufen! Man vergisst ja oft, wieviel Organisation & Kraft hinter den Kulissen eines Projektes steckt. Merci!!!

Eure Zuzsa

 

Das edelsteinblaue Wollensemble (1958)

Habt ihr Lust ein bisschen alte Mode mit mir zu analysieren? Ich erwische mich in letzter Zeit immer mal dabei wie ich rein theoretisch über die Konstruktion der verschiedenartigsten Kleidungsstücke brüte, die mir so über den Weg laufen. Ein Zeitvertreib, den ihr als Mitnähende wahrscheinlich teilt, oder? 😉 Und ich dachte heute, wenn ich schon brüte, dann kann ich das eigentlich auch gleich und desöfteren öffentlich tun und euch vielleicht die eine oder andere Inspiration weiterreichen. Obwohl ich gleich vorweg sage: was mir modisch so auffällt, muss für euch noch lange nicht neu oder total zeittypisch sein. Ich sehe das ganze eher als kleine, unsystematische Entdeckungsreise, die mir hilft meine Konstruktionskenntnisse und mein Zeitwissen ein wenig auszubauen. Euer Input ist mir aufs herzlichste Willkommen!

Heute ist mir jedenfalls das Burda-Schlagermodell aufgefallen. Und zwar das Modell vom Januar 1958:  ein „edelsteinblaues“ (schon allein bei dieser Beschreibung hatte mich Burda gefangen 😉 ) Ensemble aus Wolltaft. 

Schnittbeschreibung:

Das Kostüm ist relativ schlicht: schmaler Rock an kurzärmeligem Kleid, 3/4-Arm und unaufffälliger Kragen an Jacket mit Teilungsnähten. Ich vermute der Rock endet in der Mitte der Waden, wenn ich die Schnittzeichung richtig deute.  Wären da nicht die „schmetterlingsförmigen“ Verzierungen, die mir sofort angenehm ins Auge gesprungen sind, wäre das ganze Ensemble maximal ein verdammt gut sitzender, farblicher Hingucker. Die Burda-Cover des Jahres 1958 haben oftmals die gleiche bonbonartig Eleganz wie unser Modell: schlichte Schnitte, starke Farben, Ton in Ton bis zu den stoffbezogenen Knöpfen. Die Schmetterlingsdrapierung ist aber doch irgendwie entzückend schick und ungewöhnlich.

Konstruktion

Das Kleid soll aus Wolltaft genäht werden. Wolle und Taft steckten bei mir bisher nicht in der gleichen Assoziationsschublade, aber offensichtlich, wenn Burda es verlangt, gibt es einen Wollstoff „mit Acetatseide“ gemischt. Was ich mir mal übersetze als Woll-Synthetik-Stöffchen, das nicht zu dick und fein anschmiegsam ist, um schöne Falten zu werfen. Denn die Schmetterlingsdrapierung ist letztlich nicht mehr als ein trapezförmiges Stück Stoff, dass zunächst in Falten gelegt werden muss, ähnlich wie ein Ziehharmonika. Der Clou ist jedoch, dass die Falten links nach oben und rechts nach unten gefaltet werden. Wird das Stoffstückchen jetzt um 180 Grad gedreht wie ein Farfalle Nudelschmetterling, liegen beide Faltenseiten ind die gleiche Richtung. Voila!

Das ganze wird dem Vorderteil „hohl“ aufgesetzt, die Seitenkanten der Drapierung dabei in den Teilungsnähten mitgefasst. Die Längskanten werden von Burda nicht explizit erwähnt, ich vermute, dass sie vorher versäubert werden?

Ein hübsches Detail, finde ich, dass sich bestimmt recht einfach Nachahmen lässt und das ich mir auch an Sommerkleidern hübsch vorstellen kann, so man denn einen beidseitig gleich gewebten Stoff verwendet. Bei unserem Modell finden sich die Drapierungen nicht nur am Vorderteil sondern auch in Taschenhöhe am Jacket, was ich ebenfalls sehr niedlich finde. Ganz rafiniert, versteckt sich genau mittig unter dieser Drapierung nach ein weiterer Abnäher, der vom Saum zur Tailie läuft und dem Jacket seinen unnachahmlichen Sitz gibt.

Und was sagt ihr? Spricht euch das Burda-Modell an oder würdet ihr die Schmetterlingsdrapierung als Schnickschnack lieber übergehen?

Ich gespannt! Eure Zuzsa

 

 

Sew my Pinterest Board

Ihr Lieben, ersteinmal tausend Dank für all eure tollen Kommentare zum Weihnachtskleid! Ich habe mich über jeden einzelnen wahnsinnig gefreut! Das Kleid war ein würdiger Abschluß für ein wunderbares Näh- und Strickjahr 2016!

Jaja, auch ich kann mich ihnen nicht entziehen, den Gedanken und Überlegungen, dem Planen und Revuepassierenlassen, das mit dem Jahresende einhergeht. Eine Liste guter Vorsätze ist mir dennoch zu klobig, zu lang und wird von mir, so meine Erfahrung, eh ziemlich bald vergessen. Obwohl mir da ganz sicher der ein oder andere Punkt einfiele: zum Beispiel mein fester Vorsatz, im Neuen Jahr endlich einmal daran zu denken, dass man Kleider auch mit einem rückwärtigen Verschluß versehen kann, statt mit Reißverschlüssen in der Seitennaht. Ich gestehe, ich „vergesse“ solche Dinge manchmal. 😉

Was sich bei mir hingegen bewährt hat, ist dem neuen Jahr eine Art Thema oder Aufgabe zu geben. 2015 war mein Kleiderjahr, 2016 das Jahr des Mantels und in beiden Jahren habe ich die gröbsten Hürden zum Nähen dieser Garderobe aus dem Weg geräumt und viele schöne Kleidungsstücke auf den Weg gebracht. Ein erfolgversprechendes Konzept,  also: Was für ein Jahr könnte 2017 werden?

Ehrlich gesagt, was mich gerade wirklich umtreibt, mehr als ein einzelnes Kleidungsstück oder technische Nähprobleme ist das Thema Inspiration im allgemeinen. Inspiration kann aus vielen Ecken und Enden kommen, aus Büchern, Zeitschriften, Jahrzehnten, durch Stoffe selbst oder Modefotografie. In unserer modernen, virtuell durchwucherten Welt kommt sie, seien wir ehrlich, ganz oft via pinterest. 😉

Ich habe ein wunderhübsches, prall gefülltes Pinterest board mit Nähinspirationen! Ihr glaubt gar nicht, was sich da alles an Schätzen verbirgt: Matrosenjacken, Kleider aus zarter Spitze, Marlenehosen und Unmengen an schönen Details, die mein Nähherz höher schlagen lassen. Leider wandern die Inspirationen nicht wie von Zauberhand in meinen Kleiderschrank … wie ungerecht, oder!? 😉 Dass soll sich dieses Jahr ändern, nach dem Motto „mehr Kleidungsstücke im echten statt im virtuellen Kleiderschrank“, stelle ich mir selbst zur Aufgabe mehr Kleidungsstücke zu nähen, die direkt von einem Pin auf meinem „I want to sew“ – Board inspiriert wurden.

Ein paar heiße Kandidaten gibt es schon … Was es dann genau in meinen Kleiderschrank schafft, wird sich bald herausstellen.

Ich wünsche euch auf jeden Fall ein aufregendes, ertragreiches Näh-Jahr 2017! Eure Zuzsa